Kastell Holten


Kastell Holten

Lange Zeit war die im 12. Jahrhundert erbaute "Holtener Burg" mit Wasser umgeben. Der damalige Landesherr Ewervin von Holte wollte so den Turm und die aus Holz und Lehm bestehenden Wohnbauten vor Tieren und Feinden schützen, welche das Sumpfgebiet nicht schreckte.

Im Jahre 1298 heiratete Mechtild, die Letzte derer von Holte den Graf Engelbert II von der Mark. Nach dem gewonnenen Grenzstreit mit der Grafschaft Kleve lässt Graf Engelbert im Jahre 1307 die alte Anlage verstärken und errichtet einen neuen Bau aus Tuffstein. Diese Burg bestand aus einer Haupt- und einer Vorburg, welche durch eine Brücke verbunden waren. Die Anlage war von Wassergräben und einem hohen Erdwall umgeben, dessen Reste noch heute zu sehen sind. In typisch mittelalterlicher Form entwickelte sich im Schutz der Burg eine Wohnsiedlung, die damalige Stadt Holten. Die eng beieinander stehenden Fachwerk- und Backsteinhäuser lassen noch idyllische Atmosphäre dieses früheren Landstädtchens erahnen. Das bis heute erhaltene Kastell Holten stellt wahrscheinlich den Ostflügel der alten Hauptburg dar, die im 15. Jahrhundert aufgrund der starken Verwitterung einen Ziegelmantel erhielt.

Kastell Holten

Während des 30-jährigen Krieges, um 1640, wurde die Holtener Burg fast vollständig zerstört. Erst Ende 1700 wurde sie auf den alten Grundmauern schlossartig neu aufgebaut. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei im Wesentlichen um das heutige "Kastell" handelte. 1838 wurde das Kastell zu einer Schule, 1966 riss die Stadt Oberhausen einen baufälligen Seitentrakt ab. Seit 1968 nun ist das Kastell in den Händen der "Bürgerschützengilde Holten 1308" , welche es renovierte und zu einem Gildenhaus und einer Schießsportanlage ausbaute. Heute wird das Kastell auch gern für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt. Der Park und der ehemalige Stadtgraben laden zum Spaziergang im Grünen ein.